Judith Jöhren und Kendra Keller mischen Kreuzviertel auf

Design von YOKKMOKK:
So wenig wie nötig und so viel wie muss!

Von Peter Joerdell für R2-Stilikone

Foto: YOKKMOKK

Freche Ideen und kleine Auflagen, alles aus fair gehandelten Materialien: Das ist YOKKMOKK.

Dortmund. Es sind vor allem Kleinauflagen und Einzelstücke, die YOKKMOKK produziert. Außerdem sind T-Shirts das Flaggschiff der Kollektion, wobei alles stets in Handarbeit aus fair gehandelter Ware sowie Bio-Materialien hergestellt wird. Neben „Klamotten“ sind bei YOKKMOKK auch noch individueller Schmuck sowie Accessoires im Programm zu finden.

Sowohl Judith Jöhren als auch Kendra Keller sind beide schon längere Zeit selbständig. Kendra Keller betreibt das Geschäft und sowie die Agentur «fraukeller», Judith Jöhren ist freiberuflich im Bereich 3D-Visualisierung und Grafikdesign tätig. „Da wir beide Grafikdesignerinnen sind lag es nahe, dass wir über kurz oder lang zusammenarbeiten würden“, erklärt Kendra Keller. Im Mai 2010 gründeten sie schließlich «YOKKMOKK». „In erster Linie ging es uns darum, Kleidung für Frauen zu gestalten“, erinnert sich Judith Jöhren. „Wir beide waren immer auf der Suche nach dem richtigen Shirt für uns, und irgendwann dachten wir: Nun machen wir es einfach selber.“ Inzwischen ist «YOKKMOKK» jedoch viel mehr, als nur ein T-Shirt-Label. „Wir arbeiten zusammen an Grafikdesign-Projekten, stellen in einigen Shops in Deutschland und auch hin und wieder auf Designmärkten aus“, berichten die beiden, nicht ganz ohne Stolz.

Foto: YOKKMOKK

Die Designs sind eher geometrisch 
als klassisch "ladylike".

Kennengelernt haben sich die beiden Designerinnen vor einigen Jahren, als sie gemeinsam mit Freunden im „Keller“ in Dortmund unterwegs waren. „Da wir sowohl privat als auch beruflich viele gemeinsame Interessen haben, wollten wir ein gemeinsames Projekt ins Leben rufen.“

Der Name YOKKMOKK beruht übrigens aus einer Anekdote aus dem prallen Leben – er „entstand“ bei einem Besuch in einem bekannten skandinavischen Möbelhaus. „Nach dem richtigen Namen haben wir echt lange gesucht“, erinnert sich Kendra Keller. „Wir wollten allerdings auf keinen Fall einen gebastelten Namen oder etwas das „Irgendwas mit Design“ aussagt.“ Und dann seien sie, ohne damit zu rechnen, eines Tages bei IKEA fündig geworden. „Vor uns ging eine Mutti her, die ihren Sohn rief: „Ey du kleiner Jokkmokk...!“ In dem Moment sahen wir uns an und wussten auf Anhieb, dass das der Name für unser Projekt ist.“

Ihre Dortmunder Heimat möchten die beiden Köpfe von YOKKMOKK auf keinen Fall missen. Beide sind hier geboren und aufgewachsen. „Wir lieben die Menschen hier, besonders ihre direkte und ehrliche Art“, so Judith Jöhren. Zudem sei YOKKMOKK gern im Dortmunder Kreuzviertel zu Hause. Das Kreuzviertel sei Inspiration pur, sowohl was die Kneipenlandschaft, als auch die kulturellen Veranstaltungen und die Bewohner anbelange. Ein eigener «YOKKMOKK Shop» im Kreuzviertel ist daher natürlich ein Langzeitziel der beiden Designerinnen.

Foto: YOKKMOKK

Auch Anspielungen auf die Region 
fehlen nicht im Repertoire.

Zudem finden sie es spannend, den Wandel der Stadt und des gesamten Ruhrgebietes mitzuerleben und ein wenig mitzugestalten: „Denn auch jetzt noch – und sicherlich auch in Zukunft – sind die Auswirkungen des Kulturhauptstadtjahres 2010 durchaus spürbar.“

Zur YOKKMOKK-Zielgruppe gehören alle Frauen, die nicht nach typischen „Frauen-Motiven“ bei Shirts und Co. suchen. „Blümchen, Bienchen und Ornamente gibt’s bei uns nicht“, erklärt Kendra Keller. „Unsere Motive sind geometrisch konstruiert, in knalligen Farben gedruckt und frech.“ Übrigens will das YOKKMOKK-Team aufgrund der steigenden Nachfrage in absehbarer Zeit auch Motive für Männer umsetzen und anbieten.

Die richtigen Partner für ein Projekt zu finden, das den Anspruch an sich stellt, mit fair gehandelten Materialien etc. zu arbeiten, sei dabei gar nicht so schwer, wie man meinen mag. „Immer mehr große Firmen sind auch bereits umgestiegen auf faire Produkte und auch das Bewusstsein der Käufer richtet sich verstärkt auf die Herkunft der Produkte, weshalb es einfacher ist, an diese Materialien heranzukommen, um mit ihnen zu arbeiten“, erläutert Judith Jöhren. Und ihre Kollegin fügt hinzu: „Viel schwieriger ist es, den richtigen Schnitt zu finden, der uns gefällt.“

Die Motive: Immer frech und auf den Punkt

YOKKMOKK-Motive sind übrigens immer frech und auf den Punkt, wobei ein ironisches Design zum Thema Kernenergie derzeit zwar als Idee existiert, aber aufgrund der Situation in Japan erst einmal nicht umgesetzt wird. „Eigentlich nehmen wir kein Blatt vor den Mund, was uns als Ruhrpottler ja auch ausmacht“, betonen die beiden. „Aber das neue Motiv, das wir zur T-Shirt Saison drucken wollten und Anfang des Jahres entworfen haben, ironisiert Kernkraft doch zu sehr auf abstrakte Art.“ Sowohl Judith Jöhren als auch Kendra Keller sind Atomkraftgegnerinnen und stehen voll hinter ihrem Shirt: „Aber in Anbetracht der Atomkatastrophe in Fukushima halten wir es, nicht nur um Missverständnissen bei potenziellen Kunden vorzubeugen, sowohl für politisch als auch moralisch daneben, diese Idee jetzt umzusetzen.“

Gutes Design funktioniert bei YOKKMOKK immer nach der Formel „So wenig wie nötig und so viel wie muss!“ Von der Idee bis zum fertigen T-Shirt dauert es dabei in der Regel etwa zehn Tage, bis die Ware frisch gedruckt im Shop hängt. „Da wir noch ganz am Anfang stehen, fehlen uns die finanziellen Mittel alle Ideen gleichzeitig umzusetzen. Wir haben schon eine Menge Motive entworfen und nach und nach setzen wir immer mal wieder eins um“, so Judith Jöhren abschließend.

Mehr Infos zu YOKKMOKK im Web:

www.yokkmokk.com

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