Aus dem Nähkästchen einer "verzweifelten Hausfrau"
Was Frauen wirklich wollen - oder, wie Mann zu einer zufriedenen Ehefrau kommt
Von "Brenda van Kamp" für R2-Mein Leben
Foto: © thegreenj, Lizenz
Tisch, Bett und Zahnpastatube teilt die "verzweifelte Hausfrau" Brenda van Kamp mit ihrem Ehemann. Eben eine Lebensgemeinschaft, die sie mit ihrem Mann führt.
Rhein-Ruhr. "Brenda van Kamp", gut ausgebildet und Mitte 40, hat gefunden, wonach Großstadtsingles noch suchen: Mann, Kinder, Sicherheit und ein gemütliches Heim in einem bürgerlichen Vorort. Wären da nicht die Tage, an denen sie sich fragt, ob ihr Leben nicht auch anders laufen könnte. Die Tage einer "verzweifelten Hausfrau". Heute verrät sie uns, was sie sich von ihrem Ehemann wünscht.
Ich will keine neue Küchenmaschine - auch wenn sie so praktisch ist
Wissen Sie, was ein Bekannter zu meinem Mann gesagt hat:" Jetzt hab ich meiner Frau schon ein Auto gekauft, die Kinder sind den ganzen Tag aus dem Haus, meine Frau hat viele Stunden frei und dann ruft die mich doch an und diktiert mir die Einkaufsliste!"
Ja, was glaubt der denn? Schenkt seiner Frau das Auto doch nicht, weil er sie so liebt und möchte, dass sie abends sicher von der Party nach Hause kommt, nein, er schenkt ihr das Auto, damit sie Dinge für ihn erledigt: einkaufen, Sachen in die Reinigung bringen und so weiter.
So wie mein Mann meint, wenn er mir eine neue Küchenmaschine kauft, falle ich ihm um den Hals! So einfach ist das nicht mit uns Frauen. Da ich ja nur für mich sprechen kann, sage ich Ihnen jetzt mal, was ich so von meinem Mann erwarte!
Also, natürlich gibt es Gründe, warum ich mal geheiratet habe (auch wenn die mir manchmal nicht mehr einfallen), und natürlich ist mir auch klar, dass Sie mit Mitte 40 niemanden mehr ändern. Das will ich auch gar nicht.
Sieben Minuten Smalltalk am Tag - mehr ist nicht drin
Aber es wäre schon schön, mehr als sieben Minuten täglich mit dem Lebenspartner zu reden, mit dem sie immerhin finanziell bis ans Ende Ihrer Tage zu tun haben, mit dem sie Tisch, Bett und Zahnpastatube teilen, und der alles Private von Ihnen weiß.
Und genau das ist es, was meine Freundin wohl sucht bei ihrem Liebhaber: das Unbekannte, den Reiz des Neuen und die Kommunikation. Und dass sie ihn erfreuen kann, ob mit ihren Koch- oder anderweitigen Künsten.
Ihren Mann kennen Sie ja irgendwann in- und auswendig. Worüber wollen Sie denn dann noch sprechen, außer darüber, wer die Kinder bringt und wer die Rechnungen bezahlt? Wohl kaum über Ihre sexuellen Vorlieben oder darüber, in welches romantische Hotel Sie als nächstes fahren? Wenn klar ist, dass Ihr Mann sein Geld lieber spart und es zu Hause auf dem Sofa eh am gemütlichsten findet!
Und all' die unter Ihnen, die so moralisierend den Finger erheben, wenn mal jemand ausspricht, was da draussen in deutschen Ehen so los ist: Fragen Sie sich mal, warum SIE treu sind? Weil Sie tun, was man von Ihnen erwartet? Weil schon Ihre Mutter so lebte? Oder gar aus Mangel an Gelegenheit? Und warum regt Sie die Frau mit Ihrem jungen Liebhaber eigentlich so auf? Weil sie tut, was sie möchte, weil sie weiß, was sie braucht, sich das nimmt, und weil sie sich vielleicht gar nicht entscheiden will? Und ihren Mann so nimmt, wie er ist.
Die Ehe ist, was sie ist - eine Lebensgemeinschaft
Weil sie vielleicht akzeptiert hat, dass Ehe ist, was sie ist, eine Lebensgemeinschaft, in der Kinder großgezogen und ein Haus gebaut wird, man (hoffentlich) respektvoll miteinander umgeht, aber nicht erwarten kann, bis ins hohe Alter alle wechselnden Bedürfnisse erfüllt zu bekommen?
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, genießen Sie den Spätsommer Ihres Lebens und haben Sie hoffentlich noch viele Optionen, die Sie sich auch trauen, mitzunehmen!
Apropos, was können Männer nun tun, damit Frauen zufrieden sind: eigentlich nichts. Sie sollten Sie einfach lieben und ab und zu mit ihnen reden.
"Verzweifelte Hausfrau" im R2-Gebiet
"Brenda van Kamp", Mitte 40 und gut ausgebildet, ist dort, wo viele Großstadt-Singlefrauen noch hin möchten: Ehemann, Kinder, ein gemütliches Zuhause. Und eigentlich glücklich. Wären da nicht die Tage, an denen sie alles in Frage stellt und über ein alternatives Leben nachdenkt. Die "verzweifelten Tage", an denen ihr bewusst wird, wie trügerisch Sicherheit sein kann. Wie sich das anfühlt, schreibt die "verzweifelte Hausfrau" unter ihrem Pseudonym "Brenda van Kamp" für die R2-Bettkante auf.


